Im Auffinden dummer Konsumenten ist er ja erfolgreich, und Leser seiner Weisheiten wird er auch künftig genug finden. Auch sein Kollege Morozov ist aus dem im Artikel je genannten Grund in die peinliche Ecke einzuordnen. Sein Positivismus verhöhnt jeden ehrlich nachdenkenden Menschen! So wie Lobo zur Spiegelkundschaft, passt Morozov zur FAZ. ja bei der gesammelten Dummheit der Angesprochenen wird es das wohl auch geben, nur wird es eben dieselbe, alte Politik sein! oder ist gar bewaffneter Widerstand geboten? soweit würde nicht mal ich gehen.
Selbstverständlich gäbe es genug Grund, aber wozu? Das dritte Reich hat uns eines gelehrt: Was auch immer passiert, die Mehrheit wird immer gern Blockwart werden wollen, und alle, die man nicht aus Ressentiment sowieso noch nie leiden konnte, die kann man denunzieren. Postives Denken ist das Gegenteil von Denken. wollte ich mich dann doch nicht zu sehr festbeißen, zumal ich es bei der hiesigen Leserschaft als einigermaßen bekannt voraussetze, dass er bei der Selbstvermarktung mit bewundernswerter Schmerzfreiheit agiert.
Spezilität war, etwas genauer nachzuspüren. und plötzlich hatte ich den richtigen Schwung, die Chose fertig zu schreiben. so finde ich ihn deshalb so unerträglich, weil er mit seinem Geschreibsel all jene die irgendwie ja sehen, dass da irgendwas in ganz grossem Rahmen falsch gelaufen ist und läuft, all jene Denkanstösse mit seinem unsäglichen Positivismus im Ansatz zerstört!
Und zwar schon immer! Und das auch noch weil er mit seinem Geschreibsel für die Doofen beim Drecks Spiegel Geld verdient. Schön, dass ihm jetzt einiges aufgeht, aber ihn zum Ratgeber zu küren, weil er endlich was letztlich Banales eingesehen hat, halte ich für sehr riskant und Morozov tut dasselbe. Als erstes MUSS man sich der simplen Wahrheit stellen, dass die Machtverhältnisse es nicht ermöglichen den Ameikanern im Allgemeinen und deren NSA im Besonderen irgendwie beizukommen und ihnen etwas vorzuschreiben! Das Geschwafel darüber wie man das alles wieder unter Kontrolle bekommt ist lächerlich und sogar kontraproduktiv, weil es die Menschen ignorant hält! Dafür wirft er nun die Forderung nach Politik auf die Leser und man reibt sich die Augen, wie verdreht man sein muss, um in 2013 zu glauben, dass es ausgerechnet Politiker sein werden, die dem Internet zu Wahrheit und Sinn verhelfen.
Morozov hat übrigens auch schon gegen die Open Source Communities geschossen, die zu genau jener Zeit, als das so richtig losging, die politische Agenda und Paranoia von Stallmann und Co. Jeder macht sein Ding, zu den Bedingungen, die ihm richtig und nützlich erscheinen, statt sich selbst zu transzendieren und im großen kommunistischen Projekt mitzuwirken. vornahm und es damit eigenhändig entpolitisierte. Wie immer bei Morozov ist das exzellent geschrieben, mit viel brillianter Polemik und geschichtlichem Hintergrund. Man benötigt einigen Abstand zum Text, bevor man merkt, dass es absurd ist. Die Betreiber krampften damals ja rum, als ich dieses Etablissement fürs Blog ablichten wollte, aber so konsequent, ihre Butze bei Googles Gassenglotze zu verpixeln, waren sie dann doch nicht. Gedöns hatte ich gelesen.
Das war schon ziemlich brilliant, das stimmt. irgendwann doch mit dem Kopf auf die Schreibtischplatte knalle, wenn er da, wo es grundsätzlich wird, auf einmal mit Vorstellungen aufwartet, die völlig weltfremd und naiv sind. Etwa, man müsste in Gerätschaften mehr Fehler einbauen, um das Bewusstsein der Leute dafür zu schärfen, dass Technik fehlbar ist. da fragt man sich schon, in was für einer Welt lebt der eigentlich? GeWis haben ein langes Training absolviert, Aussagen anderer Autoren, Politiker usw. auf ihren ideologischen Inhalt hin zu untersuchen und entsprechend zu kritisieren.
alles ist machbar, wenn man nur genug Leute findet und das richige Kollektiv bildet, das das auch will. Sie fangen an das Ereignis zu beschwören, die Alternative oder eine andere Welt, die möglich ist, meinetwegen auch die Revolution. Das klingt dann alles eher wie säkularisierte Theologie und selbst Leute, die ihrer Kritik ein Stück weit folgen, fühlen sich von derlei Unsinn abgestoßen. unzähliger Politsekten will man besser gar nicht erst reden. Nun kann man argumentieren, dass sie selbst eine Art Systemzwang in ihrer Produktion unterliegen und das nimmt ihnen auch niemand wirklich übel, außer sie sich selbst. Dass Philosophie enden soll um sich in gesellschaftlicher Praxis aufzuheben, hat sie in schizoide Neurotiker verwandelt, etwas das Außenseitern passiert, die sich für etwas anderes halten oder halten wollen, als sie sind.
Persönlich möchte ich anmerken, dass ich ihrer intellektuellen Sensibilität viel verdanke. Ich sehe aber auch, dass das für sie kein wirklich gutes Verkaufsargument ist, weswegen sie den Verkäufer und den Markt am liebsten loswerden würden. Genau das bringt ihnen dann einen gewissen Erfolg am Markt der Meinungen, was sie in ihrer unglücklichen Kondition einsperrt. Ja, da ist was dran. Man kann sich da auch auf Nebenschauplätzen verausgaben, dem Gegenüber erst mal reinreiben, dass er den Gegenstand ontologisch, aber nicht empirisch erfasst, womit man selber natürlich als der totale Topchecker dasteht.
Irgendwelche akademisch weniger versierten Internetvordenker in ihrer Begeisterung sind da leichte Beute, wenn es darum geht, Löcher in deren Gedankengebäuden aufzuzeigen, aber in dem Moment, wo jemand wie Morozov dann gefragt ist, eigene Schlussfolgerungen zu ziehen, was zu tun sei, da bleibt es total vage und praxisfremd. Es gibt bei Heise eine kurze Analyse dazu, was Obama gesagt hat. Richtig, unmissverständlich und kurz gefasst. Zeitpunkt genauer zu benennen, an dem dieses Machbarkeitsgefühl und die Zuversicht umkippte in Lähmungsgefühle und tief empfundene Machtlosigkeit. Das war kurz nach der Jahrtausendwende.
Naiv wie ich war, dachte ich noch, das Internet sei eine Plattform, auf dem man zu verschiedenen Themen seine Meinung vertreten könne und dass es dort im Netz selbstverständlich möglich sei, auch andere Ansichten zu zitieren und zu diesen Stellung zu nehmen. Das tat ich auch! Und zwar sehr gewissenhaft!
auch die FAZ, die ich zudem teuer mit der Printausgabe schon zuvor 15 bis 20 Jahre lang als treuer Kunde abonniert hatte. Plattform, auf der ich meine politische Website betrieb, unglücklicherweise von meiner Firma angemietet war. Gebühr hinaus zusätzlich eine Monsterstrafe drohen!
Das tut mir leid zu hören, aber ich bin nicht so sicher, ob Ihr bedauerlicher Fall die große Trendwende in der Gesamtwahrnehmung des Themas Internet markiert. in den Abgrund riss. nicht primär dem Internet anzulasten.
Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass die FAZ in manchen netzaffinen Kreisen immer noch als ein Erbfeind des Netzes wahrgenommen wird. das muss schon so zusammengehen, um zu funktionieren. es gibt einfach keine unabhängige, internationale Instanz, die der NSA übergeordnet ist. Zu viel unkontrollierte Macht in zu wenig Händen hat das Potential, einem gehörig um die Ohren zu fliegen.
Theoretisch ist die Bundeskanzlerin erpressbar, die Dame wurde abgehört. Dieser Gedanke lässt sich unschön ausweiten. Wie verfrachtet man das Internet in dieses Jahrhundert?
ist eine ziemlich sinnvolle Frage. seh ich bis jetzt nicht. Also, danke, aber, nein danke, erst mal, lieber nicht. Das bis jetzt absurdeste, aber vielleicht auch realistischste, das mir eingefallen ist, ist ein unabhängiges Kontrollgremium für die NSA. Die Reaktionen quer durch Europa waren ziemlich unterschiedlich, aber kein Land fand das so wirklich witzig. wirklich, ernsthaft, so schwierig bis unmöglich durchzudrücken?
Und da entsprechend ein paar Augen mehr drauf zu haben? Es wirkt gleichzeitig so selbstverständlich wie absurd. Wie verfrachtet man das Internet in dieses Jahrhundert? Wenn ihnen was einfällt, lassen sie es mich wissen.
PS Was Herrn Hupts angeht, so glauben sie mir ruhig, er weiss was er tut und denkt, und es hat Hand und Fuss. Er hat halt andere Grundwerte wie wir, aber er ist konsequent. Angesichts der realen Welt da draussen kann man seine Werte verstehen, auch ohne sich diese zu eigen zu machen.
das sehe ich ganz genau so, insbesondere den letzten Satz! Was den abgefahrenen Zug betrifft: Die Daten, die die NSA jetzt hat, hat sie, daran ist nichts zu ändern. Der Zug ist tatsächlich weg. Aber zuschauen, wie das immer so weiter gehandhabt wird?
Das meine ich mit fatalistisch. Dann erleuchten sie uns doch ganz einfach. Was genau glauben sie denn liesse sich daran ändern? Selbst wenn Merkel ein Interesse daran hätte, und so dämlich ist nicht mal sie, es gibt absolut nichts, das sie gegen die Abhörmassnahmen der Amerikaner oder der Konzerne unternehmen können. Das ist eine einfache Tatsache, nicht fatalistisch.
Ok, Strand, wie Sie weiter unten vorschlagen, ist für mich gerade nicht umsetzbar. Herr Haupts Vorschlag mit dem europäischen Weg wäre nicht nur kostenintensiv, sondern auch ziemlich kontrollaufwändig. Wegen dem Schwarzmarkt für iPhones dann irgendwann.
und dachte, ich lese vorher noch die posts unten fertig.